Samstag, 23. März 2013

Tierquälerei Teil 2

2. Kleidung aus Tieren

Seit Jahrtausenden schmücken sich Menschen mit toten Tieren. Früher war das notwendig, da der Mensch ohne Fell in manchen Gegenden nicht lebensfähig gewesen wäre. So wurde Tieren das Fell abgezogen, Schafe geschoren oder Vögel gerupft.
Heute gibt es viele Möglichkeiten, Kleidung aus Naturfaser oder Kunstfaser herzustellen. Wir sind nicht mehr darauf angewiesen Kleidung aus Tieren herzustellen.
Nun gibt es natürlich unterschiedliche Materialien, deren ursprüngliche Besitzer auch ganz unterschiedlich behandelt werden.


Fangen wir mal mit der harmlosesten Sache an. Ein Schaf muss nicht sterben, wenn wir seine Wolle stehlen. Ich hab auch schonmal gehört, dass es für die Tierchen notwendig ist, dass sie geschoren werden. Mag sein, dass es an der menscheneigenen Art Gott zu spielen auch Züchtung genannt liegt. Ich muss lächeln, wenn ich an Shrek, das Merino-Schaf denke, dass sich sechs Jahre lang in Höhlen vor der Schur versteckt hatte und ziemlich wollig wurde. Sie haben dann 27kg Wolle runtergeschoren.
Aber eigentlich würden die Schafe das auch selbst regulieren. Wir brauchen uns da wirklich nicht auf die Schulter klopfen. Normalerweise verlieren auch Schafe ihr Winterfell. Das ist für die Schur natürlich blöd, wenn das ganze Zeuchs in der Gegend rumfliegt, also werden die Schäfchen so früh wie möglich geschoren, damit möglichst wenig Wolle verloren geht. Wenn es dann nochmal friert muss man dann halt damit leben, dass das eine oder andere Schäfchen erfriert.

Leider können die lieben Schafe auch derb unter der Schur leiden.
Die in Australien am häufigsten gezüchtete Rasse sind die Merinos, die darauf gezüchtet wurden, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. Diese unnatürliche Übermenge an Wolle führt dazu, dass viele Schafe in den heißen Monaten unter der Hitze kollabieren und an Hitzschlag sterben. Außerdem sammeln sich in den Falten Feuchtigkeit und Urin. Von der Feuchtigkeit angezogen, legen Fliegen ihre Eier in den Hautfalten ab, und die ausgeschlüpften Larven können die Schafe bei lebendigem Leibe auffressen. In dem Versuch, diesen "Fliegenbefall" zu verhindern, nehmen die australischen Rancher einen barbarischen Eingriff an den Tieren vor - das "mulesing"; dazu werden die lebenden Schafe unter Gewaltanwendung auf den Rücken geworfen und ihre Beine zwischen Metallstäben fixiert. Dann schneidet man ihnen – ohne jedes Schmerzmittel – Essteller große Fleischstücke vom Bereich rund um ihren Schwanz weg. Man will so erreichen, dass sich eine glatte, vernarbte Fläche bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet. Ironischerweise aber werden gerade diese großflächigen blutigen Wunden häufig von Fliegen befallen, noch bevor sie abheilen können.
Quelle: Peta
Puh, oder? Man könnte ja einfach auf Wolle aus Australien verzichten, aber das steht ja meist leider nicht drauf.
Hier noch ein link von Peta zum Thema


In der Daunenindustrie werden Gänse oft bei lebendigem Leib gerupft, um an die Daunen, die unterste Federschicht bei Vögeln, zu kommen. Aus ihren Federn werden Decken und Kleidung hergestellt – für die Gänse ist die „Daunengewinnung“ jedoch eine Qual.

Lebendrupf © VIER PFOTEN International / Farm Watch
Lebendrupf © VIER PFOTEN International / Farm Watch
Verdeckte Videoaufnahmen zeigen, wie Mitarbeiter von Gänsefarmen lebenden Vögeln hastig ganze Büschel von Federn ausreißen, was bei den panischen und schreienden Tieren oft blutige Wunden hinterlässt. Die Arbeiter klemmen sich die Gänse häufig einfach kopfüber zwischen die Knie. Hierbei werden den panischen Tieren oft Flügel gebrochen oder Hautlappen herausgerissen. Mit Nadel und Faden werden diese anschließend ohne Betäubung wieder zusammengenäht oder man überlässt die völlig verängstigten Tiere mit offenen Wunden ihrem Schicksal. Einige sterben sogar an den Folgen des „Lebendrupfs“.


Quelle: Peta


Ich frage mich immer wieder, zu welchen Gräueltaten man als Mensch mit Bewusstsein und Gewissen in der Lage sein kann. Wie kann ich weitermachen, wenn das Tier vor Schmerzen schreit? Meiner Ansicht nach müssen Menschen die wehrlose Tiere quälen eine psychische Störung haben. Aber generell zweifele ich oft an Vernunft und Erziehung der Menschen...




Die meisten Lederarten kommen von Tieren, die eh geschlachtet und gegessen werden, bilde ich mir immer ein, weswegen ich dann weniger ein schlechtes Gewissen haben muss. Wäre ja auch bescheuert, die Haut des Tieres auf den Müll zu schmeißen, wenn es eh schon zerstückelt wurde. Abgesehen davon habe ich immer gelernt, dass Schuhe aus Leder immer gute Qualität bedeuten.
Aber auch wenn die Lederproduktion für die Tiere nicht mehr Leid bedeutet als sowieso schon, hat sie trotzdem schwerwiegende Folgen für Umwelt und Gesundheit. Kann man hier nachlesen.


Kommen wir zur Königsdisziplin der aktiven Tierquälerei, der Pelzproduktion.
Du bist leider auch nicht sicher.
Für die Pelzproduktion werden Wildtiere mit gemeinen Methoden gefangen und qualvoll getötet oder noch schlimmer: Tiere werden in mini kleinen dreckigen Käfigen gehalten und von Geburt an quasi zu Tode gequält. Das alles nur um ihnen das Fell abzuziehen. Der restliche Körper wird einfach liegen gelassen oder auf den Müll geschmissen.
In Anbetracht der Tatsache, dass sich mittlerweile auch in die hintersten Gegenden rumgesprochen haben sollte, dass die Pelzherstellung mit unendlichem Leid verbunden ist, ist es mir ein Rätsel dass es immer noch haufenweise Menschen gibt, die sich mit dem Skalp getöteter Tiere schmücken. Mal abgesehen davon, dass ich das moralisch und ethisch gesehen für absolut unter der Gürtellinie halte, sehen Pelzmäntel auch noch echt scheiße aus. Keine Frau sieht im Pelz weniger dick als ein Michelin Männchen aus und weniger unförmig als Jabba the Hutt. Wie kann jemand sich darin sexy fühlen? Das ist mir wirklich ein Rätsel. Entweder ist das Ergebnis völliger Verdrängung oder wahrhaftige Unwissenheit? Oder wirklich nur abgrundtiefe Bosheit, man weiß es nicht.










Denjenigen, die sich uninformiert fühlen, möchte ich diese Peta-Seite ans Herz legen. Hier ein Ausschnitt:
Das waren mal Nerze.
Ist die Pelzindustrie wirklich so grausam, wie immer behauptet wird? 

Die Pelzindustrie hat Blut an ihren Händen. PETA-Undercover-Recherchen auf Pelzfarmen haben ergeben, dass die Tiere per Analstromschlag getötet werden – dabei wird ein elektrisch aufgeladener Stab aus Stahl in das Rektum der Tiere eingeführt und grillt so sprichwörtlich ihre Organe. Zu den Verletzungen und Krankheiten, die Tiere auf den von uns untersuchten Pelzfarmen ohne tierärztliche Behandlung erleiden mussten, gehörten offene Knochenbrüche, Infektionen der oberen Atemwege und Krebstumore. 

Tiere, die mithilfe von Tellereisen-Fallen gefangen werden, erleiden so unsägliche Schmerzen, dass sie sich oftmals die Gliedmaßen abbeißen, um zu entkommen. Da es ihnen unmöglich ist, Nahrung aufzunehmen, sich warmzuhalten oder sich gegen Angreifer zu verteidigen, sterben viele der Tiere auf grausame Weise, noch bevor die Fallenaufsteller zum Töten zurückkommen. Andere Tiere leiden tagelang, bis sie getötet werden. Um den Pelz nicht zu „beschädigen“, schlagen oder treten die Fallenaufsteller die Tiere oft zu Tode. Sie leiden also enorm – egal, ob durch den Schmerz der Tellereisen oder ein leiderfülltes Leben in winzigen Käfigen. Klicken Sie hier, um mehr über das Fallenstellen zu erfahren, und hier, um Informationen zu Pelzfarmen zu erhalten.

Desweiteren werden dort sämtliche urbanen Legenden und Schönmalerei in Bezug auf Pelz faktisch widerlegt.

Übrigens sind Krokodil-, Alligator- und Schlangenleder auch nicht besser als Pelze. Hier ein link.

Weitere links zum Thema findet ihr hier:

Kommentare:

  1. Danke für diese Reihe, ich halte mich zwar schon für relativ informiert,aber manches war mir auch so nicht klar. Bei Wolle gibt es z.T. schon Herkunftskennzeichnung und natürlich kann man Bio-Wolle kaufen. Bei Pelz und exotischen Häuten hört bei mir auch wirklich jegliches Verständnis auf. Aber es ist schon auch diese schizophrene Haltung, dass man sein Haustier nur in goretex kleidet und im Winter trägr, damir es nicht friert und gleichzeitig mit fettem Nerzkragen rumläuft, die ein so hohes Maß an Gkeichgültigkeit zeigt, dass ich den Leuten auch Sklavenhaltung zutrauen würde...

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    1. Ich muss grad grinsen über die Formulierung.
      Aber wer weiß schon, wie die ihre Untergebenen behandeln. Wahrscheinlich lassen die sich auch ständig auf irgendwelchen Wohltätigkeitsveranstaltungen blicken und spenden zugunsten der Nashörner in Afrika.
      Was auch wieder so´n Thema wäre...

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  2. Noch ein Grund mehr, den hirnlosen Konsum zu verweigern. Besonders krank finde ich immer das Argument: "Warum soll ich Menschen und Tiere gleich betrachten und behandeln? Warum sollte ich die Menschen so abwerten?" *Augenroll*

    Und diese Modetanten, die zwar einerseits erklären, dass Leder und Pelz viel länger halten als andere Materialien und deshalb umweltfreundlicher sind, die sich aber andererseits regelmäßig neue Kleidung auch aus Pelz und Leder kaufen, weil ja die Schnitte unmodern geworden sind.

    Wer mulesingfreie Wolle kaufen will, schaut mal bei Distel auf dem Blog:
    http://distel.twoday.net/stories/235544442/
    Sie hat eine lange Liste mit Shops und Marken zusammen getragen, sowohl für Spinnfasern als auch für fertiges Garn.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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  3. Harte Bilder. Die Schafmisshandlung kannte ich noch nicht. Mir ist jetzt ein bisschen flau. Ich stelle mir gerade vor, wie mir jemand ohne Betäubung die Haut vom Hintern schält.

    Aber im Prinzip müsste das alles bekannt sein. Denn dass Gänse lebendig gerupft, Nerze in winzigen Käfigen zusammengepfercht, Robbenbaby gerne noch lebendig gehäutet etc. wird seit den 80er-Jahren medial verbreitet.

    Aber ich glaube, dass es den Menschen, die unbedingt einen Pelz oder billige Wolle haben wollen, einfach EGAL ist, so lange das nicht auch öffentlich geächtet ist. Aber wenn ich das richtig verfolgt habe, wird z.B. Pelz bei den großen Luxus-Marken gerade wieder hoffähig.

    Gestoppt werden kann das nur, wenn Pelze verboten werden, wenn solche Methoden bei der Schafshaltung mit Knast geahndet werden.

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    1. Ja, du hast recht. Umso wichtiger ist es ja, immer wieder darauf hinzuweisen, dass das nicht ok ist.
      Wenn ich in der Bahn auf einen Pelz treffe, möchte ich am liebsten drauf kotzen. Vielleicht sollte ich das auch mal tun ;-)

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    2. Das ist gar kein so neuer Trend. Die Zeitschrift BRIGITTE hat vor acht Jahren schon wieder Pelze auf den Modeseiten gezeigt. Es gab damals einen großen Protest in der Community:
      http://bfriends.brigitte.de/foren/fragen-und-anmerkungen-rund-um-brigitte/9635-wirklich-ein-skandal.html
      Aber die Redaktion hat das nicht interessiert. Ich habe daraufhin mein Ao gekündigt und nie wieder ein Heft gekauft. Ich habe überhaupt seither keine Modezeitschriften mehr gekauft.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Auch wenn ich nicht immer antworte, lese ich jeden Kommentar und freue mich sehr darüber.