Mittwoch, 24. April 2013

Tage wie dieser

Normalerweise verläuft so ein Arbeitsalltag ja in geregelten Bahnen. Man steht auf, macht sich fertig, fährt zur Arbeit, bleibt da bis die Zeit um ist und dann fährt man wieder nach Hause, auf dem Weg noch schnell was Einkaufen oder auch mal was unternehmen.

Dann gibt es Tage, die sind irgendwie schräg und bleiben es auch. An denen fühlt man sich, als hätte man Paris gebucht und wacht in New York auf. Alles nicht so schlimm und teilweise sogar besser, aber teilweise auch nicht. Ich fange mal von vorn an.

Heute morgen kam ich nicht wirklich gut aus dem Bett und wenn ich müde bin, habe ich oft keine Lust, mich schön anzuziehen. Dann tuts auch ne löchrige Jeans mit Band-Shirt und Vans. Weil ich dann auch noch dollen Hunger hatte, habe ich mich entschlossen, die Option geschminkt gemütlich etwas früher bei der Arbeit zu sein gegen ein Müslifrühstück, Kaffee und beeilen einzutauschen.

Dann passierte erstmal nix ungewöhnliches, außer dass ich irgendwie unkonzentriert war und zweimal was ziemlich blödes gemacht habe. Dann plötzlich ein lautes Alarmgeräusch und eine unverständliche Ansage durch sämtliche Lautsprecher. Was war das? Mein erster Gedanke war Feuerübung. Schön, dass wir Neulinge über Feuerschutzmaßnahmen gar nicht informiert waren, aber in solchen Situationen schwimmt man eh einfach im Strom. Ich fand es ziemlich beeindruckend, weil man endlich mal sehen konnte, wie viele Leute in unserem Bürogebäude so arbeiten. Zack! standen plötzlich mehrere Hundert Menschen auf der Straße und wussten nicht wohin mit sich. Im Grunde sah es so aus, als hätte man ein Open Air Konzert mitten in die Stadt gekippt. (Ich hab auch Fotos gemacht, aber die darf ich leider nicht zeigen, da bei uns alles Top Secret ist.) Da es auch Sirenen gab, kam der Gedanke auf, dass es vielleicht doch keine Übung war. Später stellte sich heraus, dass es im Erdgeschoss einen Wasserschaden gab, der wasserfallartig vor sich hin sprudelte, das komplette Atrium unter Wasser setzte und mehrere Arbeiter stundenlang in Schach hielt. Die Toiletten waren dann bis ich vorhin gegangen bin noch nicht benutzbar. Wir durften aber trotzdem wieder an unsere Schreibtische.

Dann wurde uns ein Meeting für 15 Uhr angesagt. Normalerweise hätte ich um 14 Uhr Schluss, aber ich hatte die Möglichkeit heute mal Überstunden zu machen. Ich war ja schon neugierig. Zu Recht, denn es wurden uns interessante Veränderungen für die Sommermonate mitgeteilt. Alles wird anders, besser. Ich freue mich drauf. Spannend.

Nach dem Meeting durfte ich dann gehen. Ich war auch schon wieder ganz schön knülle. Beim Umsteigen in meine S-Bahn teilte mir eine Lautsprecheransage mit, dass leider ein liegengebliebener Zug meine Lienie verstopft und ich doch bitte erstmal ganz woanders hin fahren soll, damit ich in eine Straßenbahn steigen kann, die mich dann wieder dahin bringt ab wo die S-Bahn dann wieder fährt. Warum zum Henker habe ich mich eigentlich daran gehalten? Die erste S-Bahn war genauso sauvoll wie die Tram danach und als ich dann endlich mit Kreislauf in Kniehöhe an besagtem S-Bahnhof ankam, durfte ich in eben genau die sauvolle Bahn umsteigen, in der ich schon vorher mal einen Sitzplatz gehabt hatte.
Nach der ganzen Chose werde ich mich jetzt ein zweites Mal unter die Dusche stellen, was Schönes für den Me Made Mittwoch anziehen und den Tag rebooten.

Kommentare:

  1. Au weia ! Die Nahverkehrstory ist ja abenteuerlich . Was das Gefühl für den restlichen Tag anbelangt - bin ich bei Dir , hab mich heut auch fast den gesamten Tag unkonzentiert und irgendwie knülle gefühlt ... es gibt scheint's solche Tage wie diesen ;)
    LG Dodo

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  2. Wah, und da hast du tapfer nochmal das Haus verlassen, um zum Stricken zu gehen? Ich hätte mich wohl eingerollt und maximal noch eine DVD geguckt. Na wenigstens hattest du morgens gut gefrühstückt - die richtige Entscheidung für diesen Tag.

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  3. Das mit der Bahn kenne ich. Das ist auch möglich im Stau, alle fahren drumherum und landen doch an gleicher Stelle wie die, die auf der Autobahn geblieben sind. Der Rest hört sich aufregend an. LG

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  4. Du hattest wohl keinen guten Tag. Ich kenne beide Probleme gut und kann nachvollziehen wie ärgerlich und nervenaufreibend es ist. Bei uns ist Feuerübung immer im Tiefwinter und die KVB immer unpünktlich wenn ich eilig habe und immer pünktlich wenn ich mich eine oder zwei Minuten verspäte. :-D

    Ich wünsche Dir trotz der täglichen Abenteurer mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein schönes Wochenende und danach angenehme Arbeitstage.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Auch wenn ich nicht immer antworte, lese ich jeden Kommentar und freue mich sehr darüber.